Start » Therapiebereiche » Enterale Ernährung
Enterale Ernährung

Unser Leistungsspektrum:

  • Patientenüberleitung in den ambulanten  Bereich Pflegebereich durch Kontaktaufnahme mit dem ambulant behandelnden Arzt nach Einverständnis des Patienten
  • Abstimmung der zum Einsatz kommenden Produkte für die enterale Ernährung mit dem therapierenden Arzt
  • Anleitung/ Schulung des Patienten und unserer Pflegefachkräfte im ambulanten Bereich im Handling der zum Einsatz kommenden Produkte
  • Kontrolle der Versorgung
  • Klärung des sozialen Umfelds
  • Ernährungshinweise in Kooperation mit dem behandelnden Arzt
  • Therapieüberwachung
  • Schnelle Reaktion bei notwendigen Anpassungen in enger Zusammenarbeit mit dem behandelten Arzt
  • Erstellen eines individuellen Pflegeplanes mit allen bei dem Betreffenden notwendigen grund- und behandlungspflegerischen Maßnahmen einschließlich der Prophylaxen
  • Führen einer aussagekräftigen Pflegedokumentaion
  • Wir bieten dem Patienten ein umfassendes  Beratungsangebot für alle sozialen und pflegerischen Bereiche des täglichen Lebens

Unsere Vorteile

  • fachlich ausgebildetes Personal mit regelmäßiger Fortbildung und / oder Weiterbildung im Bereich enteraler Ernährung
  • Rückmeldungen zum Therapieverlauf und ggf. kontinuierliche Anpassungen an den behandelten Arzt
  • Schnelle & bequeme Belieferung der notwendigen Produkte für die enterale Ernährung und den vom Arzt verordneten Arzneimitteln mit Unterstützung unserer Kooperationspartner
  • Rund um die Uhr erreichbar, 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag

 

Unter künstlicher Ernährung versteht man die Ernährung eines Patienten, der nichts essen kann, darf oder will, unter Einsatz von medizinischen Hilfsmitteln. Die Gründe hierfür können physische oder psychische Erkrankungen, Operationen oder Alterserscheinungen sein. Bei der künstlichen Ernährung wird eine Wegstrecke der Nahrung von der Aufnahme mit dem Mund bis zur Aufnahme der Nährstoffe im Darm durch den Organismus ersetzt. Je nachdem welche Wegstrecke ersetzt wird, wird funktionell zwischen „enteraler“ und „parenteraler“ Ernährung unterschieden (Physiologie der Verdauung).

  • Enterale Ernährung bedeutet Ernährung über den Magen-Darm-Trakt (griechisch enteron = Darm). Der Begriff wird heute vor allem für die Ernährung mittels einer Sonde (Magen- oder Nasensonde , PEG-Sonde oder PEJ) verwendet. Bei der Perkutanen endoskopischen Gastrostomie (PEG) wird eine Sonde direkt durch die Bauchdecke in den Magen gelegt, die Nasensonde führt Nahrung durch einen kleinen Schlauch durch Nase und Rachen in den Magen. Für enterale Ernährung werden spezielle Nährstofflösungen verwendet, die die notwendigen Eiweiße, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in optimaler Zusammensetzung erhalten. Enterale Ernährung ist heute nach guter Schulung auch zu Hause problemlos möglich.
  • Werden Nährstoffe nicht über den Magen-Darm-Trakt, sondern durch Infusion direkt in die Blutbahn verabreicht (beispielsweise bei Darmerkrankungen), spricht man von parenteraler Ernährung, bei der der Verdauungstrakt völlig umgangen wird.

Es muss darauf geachtet werden, dass besonders bei nichtentscheidungsfähigen Patienten ethische und rechtliche Aspekte bestehen. Denn die so genannte künstliche Ernährung wirkt lebensverlängernd. Diese Form der Lebensverlängerung hat insbesondere in Anwendung gegen den Willen des Patienten in den letzten Jahren zu teils heftigen Diskussion geführt.

Applikationswege, Applikationsformen, Kostaufbau

Für den Erfolg der Ernährungstherapie mit Sondennahrung ist neben der Auswahl des geeigneten Substrates die Vorgehensweise bei der Verabreichung von entscheidender Bedeutung. Wie schnell und in welchen Portionen die Sondennahrung dosiert werden soll, richtet sich im Wesentlichen nach der Lage der Sondenspitze und der zugrunde liegenden Erkrankungen.

Dass heißt, je tiefer die Sondenspitze liegt, desto langsamer und gleichmäßiger muss die Nahrung appliziert werden. Unterschieden wird hier in

Gastraler Ernährung  (Magen)
Duodenaler Ernährung (Zwölffingerdarm)
Jejunaler Ernährung (Dünndarm)

 

enterale_ernaehrung_01


Mögliche Komplikationen bei Enteraler Ernährung

Die Komplikationen bei der enteralen Ernährung können verschiedene Ursachen haben, unterschieden wird in:

  • Sondenbedingte Komplikationen; hier insbesondere die Entzündung und die Verstopfung der Sonde
  • Gastrointestinalbedingte Komplikationen; hier insbesondere Übelkeit, Würgereiz, Völlegefühl, Erbrechen, Obstipation, Diarrhoen
  • Stoffwechselbedingte Komplikationen; hier insbesondere die Milcheiweißunverträglichkeit und die Hyperglykämie
  • Krankheitsbedingte Komplikationen; hier insbesondere Organerkrankungen, Infektionen und Arzneimittelnebenwirkungen
  • Anwendungsbedingte Komplikationen; hier insbesondere die Kontamination von Sondennahrung und/oder Applikationstechnik, zu kalte Verabreichung, zu schnelle Verabreichung und/oder zu große Nahrungsportionen

Was ist Durchfall?

Durchfall ist keine Krankheit im eigentlichen Sinn, sondern ein Symptom. Es wird von Durchfall gesprochen, wenn die Stuhlentleerung häufiger als dreimal täglich stattfindet, wenn sich die Stuhlbeschaffenheit (Konsistenz) verändert, sodass der Stuhl flüssig ist, und/oder wenn die Stuhlmenge vermehrt ist (mehr als 250 g täglich). Dauert der Durchfall bis zu zwei Wochen, wird von akuter Diarrhoe gesprochen. Bei Durchfällen, die länger als zwei Wochen dauern, spricht man von chronischer Diarrhoe.

Eine Diarrhoe im Rahmen der enteralen Ernährungstherapie kann aufgrund verschiedener Faktoren auftreten. Umso wichtiger ist es daher, die Ursache von Durchfällen zu erkennen, ihnen vorzubeugen bzw. sie zu beheben. Auslöser für Diarrhoen können z.B. Medikamente, Infektionen, aber auch die Grunderkrankung sein. Zunächst sollten daher diese Faktoren, die gegebenenfalls nicht mit der Sondenernährung unmittelbar zusammenhängen, ausgeschlossen werden.

  • Mögliche Ursache: Medikamente
    Antibiotika stehen an erster Stelle für Auslöser von Durchfall. Sie bewirken eine Zerstörung und Veränderung der bakteriellen Darmbesiedelung. Ein weiterer Auslöser für die Entstehung von Diarrhoe sind Zytostatika (Chemotherapie) und magnesiumhaltige Antazida. Nach ärztlichem Ermessen sollten solche Medikamente – wenn irgend möglich – abgesetzt oder in einer anderen Applikationsform zugeführt werden.
  • Mögliche Ursache: Grunderkrankung
    Bestimmte Grunderkrankungen stellen an sich einen Risikofaktor für Durchfälle dar. Dazu gehören unter anderem, ein Eiweißmangel, ein schlecht eingestellter Diabetes, entzündliche Veränderungen im Magen-Darm-Trakt (Morbus Crohn), und Verkleinerungen der Resorptionsfläche (Resektionen, Kurz-Darm-Syndrom). Sofern eine kausale Therapie nicht oder nur bedingt möglich ist, sollte hier auf eine besonders sorgfältige Auswahl des indikationsgerechten Substrats (z.B. niedermole-kulare Oligopeptiddiät), das vorsichtige Einschleichen und auf eine langsame Zufuhr geachtet werden.
  • Mögliche Ursache: Anwendungsbedingt
    Sind alle krankheits- oder medikamentenbedingte Einflüsse berücksichtigt worden, sollten mögliche Fehlerquellen bei der Sondenernährung beseitigt werden. Zur Vermeidung von Durchfällen muss die Sondenernährung zunächst vorsichtig mit der Einschleichphase begonnen werden. Bei der Auswahl des Substrats sind folgende Faktoren besonders wichtig:
  • niedriger Lactosegehalt
  • physiologische Osmolarität (< 400 mosmol/l)
  • indikationsgerechtes Substrat

Die Applikation sollte weiterhin nicht zu kalt (nicht unter Raumtemperatur) und nicht zu schnell (keine Blasenspritze) erfolgen. Auf eine hygienische Arbeitsweise und Anwendung sollte geachtet werden, da auch eine Kontamination der Nahrung oder des Beutels Durchfall auslösen kann. Hierzu gehört auch der tägliche Wechsel der Applikationssysteme und die Aufbewahrung angebrochener Flaschen verschlossen im Kühlschrank. Sondennahrungen aus Flaschen sollten bei Zimmertemperatur nicht länger als acht Stunden hängen und in dieser Zeit aufgebraucht werden.

Was ist Obstipation?

Obstipation ist die akute oder chronische Verstopfung des Darmes. Ursachen sind krankhafte Veränderungen des Darmes, Fehlernährung, mangelnde Flüssigkeitszufuhr, Stoffwechselstörungen oder Störungen des Elektrolythaushaltes (häufig Kaliummangel).

Eine Obstipation im Rahmen der enteralen Ernährungstherapie kann aufgrund verschiedener Faktoren auftreten. Häufig leiden Betroffene, die enteral ernährt werden, aufgrund ihrer Grunderkrankungen an der so genannten Kologenen Obstipation.

Die kologene Obstipation ist eine Form der chronischen Verstopfung, die auch unter dem Begriff „Slow-transit-Obstipation“ bekannt ist. Durch mangelnde Beweglichkeit des Darms wird der Darminhalt nur langsam vorwärts bewegt. Da dem Darminhalt ständig Wasser entzogen wird, entsteht harter Stuhl.

Die Ausscheidung kann dadurch um bis zu 2 Wochen verzögert sein, verbunden mit

  • Bauchschmerzen
  • Völlegefühl und Blähungen
  • Appetitlosigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Störungen des Allgemeinbefindens

Folgende Ursachen können unter anderem dafür verantwortlich sein:

  • Sondennahrung ohne und/oder zu wenig Ballaststoffe
  • Flüssigkeitsmangel
  • Bewegungsmangel
  • Nervenstörungen im Nervengeflecht des Darms, in der zentralen Nervensteuerung oder durch neurologischen Erkrankungen
  • Morbus Parkinson
  • Diabetes Mellitus
  • Multiple Sklerose
  • Muskuläre Störungen und Bindegewebserkrankungen
  • Nebenwirkungen von Medikamenten

Bei der kologenen Obstipation ist die Ursache ein träger Darm, der mit osmotischen (Lactulose) oder motilitäts- und sekretionsbeeinflussenden Abführmitteln angeregt werden kann. Ist die Ursache der Obstipation dagegen Ballaststoffmangel, eignen sich Füll- und Quellstoffpräparate.

Aspirationsprophylaxe
Ernährung per Magensonde, Bewusstlosigkeit oder ein verminderter Schluckreflex zählen zu den klassischen Risikofaktoren für eine Aspiration

Unter einer Aspiration (lat. aspirare = anhauchen) versteht man ein "Einatmen" von Flüssigkeiten oder Fremdkörpern. Also ein Eindringen von Substanzen durch die Stimmritze in die unteren Atemwege. Dies führt zu einem starken Hustenreiz, zu einer Reizung der Atemwege sowie im schlimmsten Falle zur teilweisen oder gar kompletten Verstopfung der Atemwege mit daraus resultierender, evtl. lebensbedrohlicher Störung des Gasaustauschs.

Besonders gefährlich ist es, wenn Erbrochenes aspiriert wird, da die Nahrung dann schon mit den Verdauungsenzymen und der Salzsäure des Magens durchsetzt ist, was die Bronchialschleimhaut sehr stark angreift, sie wird regelrecht angedaut. Auf dem Boden einer Aspiration entsteht häufig eine Pneumonie (Lungenentzündung), im Sprachgebrauch auch Aspirationspneumonie genannt.

Die Aspirationsprophylaxe umfasst alle Maßnahmen, die die Gefahr einer Aspiration vermindern. Dazu zählen etwa Lagerungstechniken, Beratung von Betroffenen oder das Absaugen von Sekret.

Aspirationsprophylaxe bei künstlicher Ernährung über eine Magensonde:

Aspiration - die Ursache ist meist eine Magenentleerungsstörung, d.h. die Sondennahrung wird vom Magen nicht weitertransportiert, es kommt zu einem Reflux oder Erbrechen. Dieses Problem kann ebenfalls weitgehend durch langsame, kontinuierliche Zufuhr mittels Pumpe und Verabreichung im Sitzen oder durch Oberkörperhochlagerung während und nach der Verabreichung vermieden werden. Außerdem kann auch regelmäßig eine Aspirationsprophylaxe durchgeführt werden, hierbei wird die Nahrungszufuhr unterbrochen und nach 30 Minuten der Mageninhalt abgezogen. Können mehr als 50% der verabreichten Stundenmenge abgezogen werden, so muss die Ernährungszufuhr gestoppt und der Arzt informiert werden.

Anzeichen einer Aspiration:

  • schwere Atemnot
  • deutlich hörbare Atemgeräusche (Brodeln oder Pfeifen)
  • Zyanose (bläuliche Hautverfärbungen)
  • starker Husten
  • Fieber
 
powered by Webdesign Dresden Webdesign Leverkusen Webdesign Hamburg 2010-2012